Friss oder stirb

…so und nicht anders haben sich die letzten Wochen (Monate, Jahre?) für mich angefühlt. Beides ist keine Option, caught between a rock and a hard place.

Was ist so schwierig daran, seinen Weg zu finden? Ich weiß eigentlich ziemlich genau, was ich will. Hier rumvegetieren, den halben Tag verschlafen und bedröhnt auf dem Sofa liegen ist es nicht (mehr). Wahrscheinlich wäre sogar das legitim, aber das ist schlicht nicht mein Ziel.

Noch viel weniger will ich allerdings das, was ich im Moment mache – seit Jahren behaupte ich, zu studieren, tatsächlich bezahle ich aber nur noch Studiengebühr. Um den Vorstellungen meiner Eltern gerecht zu werden verbiege ich mich in alle möglichen und unmöglichen Richtungen, wissend, dass ich nie das sein werde, was sie wollten – erst recht nicht, solange ich nicht die bin, die ich sein will. Eigentlich alles ganz einfach.

…vermutlich wird das hier kein sonderlich lesenswerter Text, so völlig ohne Struktur. Ich hab lange keine lesenswerten Texte mehr geschrieben, überhaupt habe ich lange nichts mehr geschrieben, nichts mehr geplant, nichts mehr konstruktiv gedacht – Teil des Problems, möglicherweise Resultat des Problems.

Fressen habe ich probiert, es schmeckt mir nicht und es macht mich krank. Vielleicht habe ich einfach eine doofe, überempfindliche Verdauung, vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ich seit 23 Jahren kein Fleisch mehr esse, vielleicht bin ich einfach kein Allesfresser. Ich vertrag den Dreck einfach nicht, und schon daran, dass ich immer noch den Impuls habe, mich so stark dafür zu entschuldigen, merkt man, dass ich schon viel zu viel davon gefressen habe.

Sterben… schien mir schon lange der einzige Ausweg. Aber auch das ist nicht meiner. Viel zu viele Gedanken um sie hier zu virtuellem Papier zu bringen, ich denke an Meck-Pomm, an Chris, an das jahrelange wegrennen vor mir selbst… es muss noch irgendwas dazwischen geben.

Beethoven. Muss es sein? Es muss sein. Es.Muss.Sein.

Gerade sehe ich den blöden Silberstreif endlich wieder. Ich hab alles, was ich brauche, um ihn zu erreichen – mehr werde ich nie haben, hoffentlich auch nicht weniger. Es muss sein. Es muss reichen.

Nicht fressen, nicht gefressen werden. Leben… und irgendwann sterben, ja.