Problemfall

Im Moment merke ich wieder deutlich, dass ich in vielen Bereichen stark zu kämpfen habe. Weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich die ADs abgesetzt habe, oder ob es einfach die Situation ist… eine Mischung aus beidem, vermutlich.

Wäre zuerst mal der Punkt mit der Arbeit. Ich weiß nicht, wie es mit Zoodi weitergeht, ob es weitergeht, bla. Wenn ja, dann wird es unglaublich viel Arbeit und ich kann mir schwerlich vorstellen, wie wir – hier, ich – das schaffen sollen. Der Umzug alleine ist ein Riesenakt, und dafür müssten wir erst mal eine neue Location haben. Außerdem brauchen wir auf die Dauer Verstärkung fürs Team, ich muss noch Zeit für’s Studium haben und hab ehrlich gesagt wenig Lust, jetzt auf unbestimmte Zeit ausnahmslos jeden Samstag arbeiten zu müssen… Wenn es mit Zoodi _nicht_ weitergehen sollte, haben sowohl ich als auch meine Mutter ein ernsthaftes, will sagen, ein existentielles Finanzproblem. Ich kann mir zwar immer noch einen anderen 400€-Job suchen, müsste aber trotzdem gucken, woher ich den Rest nehme – die Rangelei mit Vater wegen Unterhalt war ja immer schwierig. So oder so, meine Mutter steht dann mit minimalster Rente da, könnte die Wohnung und das Auto nicht halten… und würde vermutlich endgültig in ihrer Depression versinken.

Nächste Baustelle, Studium. Ich versage mal wieder schön vor mich hin, erscheine einfach nicht, bin raus aus sämtlichen Kursen, mache dieses Semester nicht einen Schein… kriege es nicht mal hin, hinzufahren um den Papierkram zu erledigen, der nötig wäre, damit mir wenigstens zwei weitere Kurse aus der Zeit in Holland anerkannt werden.

Panik, Versagensangst, der ganze Sermon den ich jetzt seit 6 Jahren hinter mir her ziehe. Und es reißt nicht ab…

Heute habe ich den halben Tag einen USB-Stick mit Bildern von Woody mit mir rumgetragen, die ich bei DM ausdrucken wollte. Den Stick hatte ich mir letzte Woche bestellt, weil meine externe Festplatte aus irgendwelchen Gründen nicht mehr funktioniert (MacBook kann keine Verbindung herstellen, ich will nicht einfach neu partitionieren oder an irgendwas rumpfuschen, weil ich keine Sicherung habe, die Platte _ist_ meine Sicherung). Gegen Nachmittag stellte ich dann fest, dass der Stick weg ist, muss mir irgendwo aus der Tasche gefallen sein. Mit ihm die Daten. Hurra. >>‘ Bin dann kurz etwas ausgetickt, hab Türen geknallt, Riesenterror mit Mutter, endete mit diesem altbekannten Gefühl, diesem… ich-bin-randvoll-mit-Adrenalin-und-Verzweiflung-Gefühl, dass sich dann in impulsiven Handlungen entläd. In diesem Fall habe ich wie doof gegen meinen Autoreifen getreten, unter anderem.

Ich freu mich wahnsinnig auf den Hund, aber ich hab Angst, das alles nicht zu schaffen. Dieses Leben nicht zu schaffen. Ich weiß, dass es da eigentlich wenig zu schaffen gibt, dass es schon ein Erfolg ist, dass ich mein Leben so weit im Griff habe, wie es atm der Fall ist, aber das reicht mir nicht und dieses ständige Gefühl von Versagen, von Druck und davon, Leute (hier: meine Eltern) zu enttäuschen (und, um das zu kaschieren, zu belügen)… macht mich fertig, ich kann und will das auf die Dauer nicht so weiterführen.

Sage ich seit Jahren, aber es ändert sich nichts. Ich sitz schon wieder in dieser Sackgasse fest und ich kann ernsthaft nicht erkennen, ob es wirklich (nur, hauptsächlich) die Situation ist, die so bescheiden ist, oder ob es eventuell doch hilfreich wäre, die doofen Antidepressiva wieder zu nehmen. …mit dem netten Nebeneffekt, dass ich dann weiter einmal monatlich üble Migräne, Krämpfe, ständig Zwischenblutungen und sonstigen blöden Symptommist habe. Und das Wissen, dass ich ohne Medikamente nicht funktioniere. Wie ich es hasse.