Unter dem Teppich
aus Alltagsgedanken,
Insektenflügeln und
Schichten von Staub
liegst du noch immer,
heimlich, verborgen,
nie ganz vergessen,
nur aus dem Sinn.

Nachts steh ich auf
und schleich durch die Gänge,
Schatten an Wänden,
Knacken im Holz,
müde Gespenster
im Unterbewußtsein,
nur dumpfer Nachhall,
Ruhe nach dem Sturm.

Irgendwas fällt,
plötzlich spür ich dich wieder,
Realität rückt
in den Hintergrund
Dimensionen flackern
im Außen,
ein Fenster geht auf,
Tiefe starrt zurück.

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To see,
to recognize
yourself behind the mirror.
Glimpse a movement,
betrayment of a thought,
to say
‚yes, this is
what I am‘

Not unlinke a prayer –
‚this is my body‘.
You shall always want.

To share this, of all things
with another human being
per definition another one
that is human.

A fortress of his own.
A temple with a prayer.

Keeping eye-contact,
unflinchingly,
equality of souls.

Künstl(er)i(s)her Hirntod

Weg vom reinen Konsumieren hin zum selbst machen.

Kann nicht gut tippen gerade, meine Finger tun weh. Genauer gesagt die Fingerkuppen des linken Zeige-, Mittel- und Ringfinger – genau, ich hab gestern Abend die Gitarre rausgeholt und bisschen Akkorde geübt. ‚Bisschen‘ being the operative word, E- und A-Dur nur.

Heute nochmal das gleiche von vorn, außerdem hab ich wieder rausgefiselt, was ich früher schon mal konnte – Alle meine Entchen und Bruder Jakob kann ich jetzt also auch wieder.

Nachdem die Finger dann schon mal weh taten und ich etwas frustriert war ob des doch recht poppeligen Ergebnisses (jaja, ich weiß – Zeit, Übung, Geduld, blablabla…) hab ich mich spontan noch ans Klavier gesetzt, das kann ich zumindest etwas besser. Again, ‚etwas‘ being the operative word. Rains of Castamere und Scarborough fair klappen einigermaßen, zumindest gut genug, um damit bisschen zu üben. Außerdem Fingerübungen, glaub die brauch ich eigentlich am dringensten und schaden vermutlich auch für die Gitarre nicht wirklich, auch wenn die Fingerhaltung eine etwas andere ist.

Jetzt setz ich mich noch etwas an dieses epische Sudoku-Brettspiel, welches mein Vater mir letztens mitgebracht hat… und dann les ich noch n bisschen Joyce.

Bela möchte auch noch gerne eine Runde raus. Für einen Mimimi-Tag ist das gar kein so wahnsinnig schlechtes Resume, glaub ich…

Selfies killed Rock ’n Roll

…sagt zumindest Hozier.

Ich bin mir allerdings recht sicher, dass er offen wäre für die Argumentation, dass Selfies durchaus hilfreich sein können für Menschen, die zu Dissoziationen und Derealisation neigen. …oder einfach nur das Gefühl haben, nicht richtig am Leben zu sein. Bilder vom Tag zu sehen kann helfen, das zu festigen.

So ähnlich funktioniert bloggen für mich, ganz davon abgesehen, dass es mich zwingt, Dinge zu sortieren – was ich gern tue, aber nicht besonders gut kann. Wie auch immer, es ist der Gedanke der zählt und so weiter.

Heute war ein relativ unspektakulärer und relativ typischer Tag, einer, wie die Tage im Moment eben so sind. Erwartungskonform.

Scheiße geschlafen bzw erst um 5 wirklich ernsthaft das wach sein rumliegen aufgegeben. Um 9 kam dann SMS von meiner Mutter mit dem vielsagenden Inhalt ‚wir kommen‘. Viel geschlafen hab ich dementsprechend nicht… hab sie dann zum Arzt begleitet bzw bin mitgefahren, damit ich meiner Oma die Tabletten fertig machen konnte… steht hier noch nicht, Oma wird langsam vermutlich etwas dement und kommt halt u.a. mit dem organisieren ihrer Meds nicht mehr hinterher, wir haben also so Wochen-Boxen gekauft und ich mach ihr die immer drei Wochen im Voraus fertig.

Aufgrund des Wetters und Gittes aktueller OP-Narbe (sie ist letzte Woche kastriert worden) brauchen die Hunde auch ständig einen Sitter im Moment, damit war ich dann noch eine Weile beschäftigt. Hab bei meiner Mutter gegessen – Risotto mit Radieschen, Möhren und Rucola -, mich nach Hause fahren lassen und dann Kopfschmerz- und PMS-bedingt bis 6 geschlafen. Danach ist der Tag dann wenigstens so richtig im Arsch… >>‘

Highlight war eben ein Telefonat mit dem Drachen. Einfach mal Kapitalismus, Börse und bedingungsloses Grundeinkommen kritisch beleuchten, ohne die übliche Panik, permanent falsch verstanden zu werden.

Das ist, was von gestern primär geblieben ist – das Gefühl, dass ich dringen wieder mehr Kontakt zu diversen Freunden halten muss. Gibt Leute, die machen, dass ich mich lebendig und richtig und verstanden fühle, mich dabei aber permanent fordern und hinterfragen und weiterbringen – das sind die Leute, an die man sich halten sollte. Eins. Ich.

Man merkt, ich bin nüchtern heute – hört sich alles nur an wie blablabla.

Eventuell sollte ich das mal ändern. Also… sowohl als auch. ^^

no shortage off sordid, no protest from me

Nicht unbedingt der richtige Jahreszeit für einen Jahresrückblick, aber mir ist gerade so danach.

 

Kennt ihr das Gefühl, wenn man wach wird und erst nach und nach realisiert, wo man ist und wie lange man geschlafen hat…? Ja. Ich hab echt… übersehen, wie viel ich nicht mehr gesehen hab.

Witzigerweise sind es nicht jetzt gerade die Drogen, die machen, dass mir das auffällt – nur, dass ich mich dran setze es zu sortieren, zu artikulieren, zu _realisieren_. Den Anstoß hat vor ein paar Wochen diese grandiose Musik gegeben, Hozier… die Texte. Gesamtkunstwerk. Hat irgendwas in mir… geweckt, was vermutlich erst jetzt erreichbar für so einen Weckruf war, keine Ahnung. Seit dem laufe ich mit anderem Blick durch die Welt, und immer wieder tauchen Fragmente auf von denen ich nichts wußte… und mich jetzt frage, wie das ging.

Ich weiß nicht, wie lange es schon wieder in die Richtung fließt. Vielleicht ist das nicht definierbar, vielleicht ist es – sehr wahrscheinlich ist es nicht so simpel, wie es sich mir jetzt darlegt.

Ich hab mich zurückgezogen – keine Ahnung, ob das spürbar war… ich schätze schon. Selbst wenn ich präsent war, war da nicht viel. Nicht, dass ich davon zu dem Zeitpunkt etwas gewußt hätte… wenn überhaupt hab ich gedacht, das wäre alles, was übrig ist. ?

Ich war stabiler. Jetzt tut es wieder weh – es fehlt wieder was, einiges. Das ist nicht einfacher oder angenehmer, aber scheint mir richtig.

Jetzt nur noch danach handeln…

 

(ich weiß nicht mehr, wie man hier einen youtube-link einfügt. oO Ahem.) https://www.youtube.com/watch?v=EgaXPCM1ufs

 

 

 

 

Clean Slate

Ströme verschlungen zu Sinnkrisen-Knoten,
stocken und stehen und fließen nicht mehr,
hätte sich dort noch ein Ausgang geboten?
Geister-Gedanken im Gegenverkehr.

Jenseits von dort wird es irgendwann besser,
dutzende Stimmen versprachen es mir,
spring unbesorgt in trübe Gewässer,
vielleicht ist es irgendwo leichter als hier…

Hinter den Spiegeln ist jeder alleine,
dissoziative Realität,
weiß irgendwer überhaupt was ich meine?
Nichts bleibt bestehen.
Alles vergeht.

Oxy

Ein Blogversuch, mal wieder… dabei bin ich nüchtern. Also… nun ja. Susbtanzfrei. So nüchtern, wie ich eben sein kann. Mal sehen, ob das gut geht, und wenn ja, wievielelange.

In letzter Zeit hab ich wieder häufiger das Gefühl, das etwas fehlt. Kann mit dem Herbst zusammenhängen, immerhin ist schon wieder Oktober. Vorgestern hatte ich das dringende Bedürfnis, mich aufzubretzeln und raus zu gehen – scheiterte dann nicht zuletzt auch daran, dass ich nicht wüßte, was ich anziehen sollte, mit meinem Körper nicht zufrieden bin (Untertreibung des Jahrhunderts), nicht wüßte wohin und mit wem und von welchem Geld überhaupt und… ja.

Gerade habe ich das Gefühl, mich irgendwie kreativistisch betätigen zu müssen, auch nicht klar in welcher Form. Draußen ist wunderbares Wetter, kalt, klar und blauer Himmel. Herbst. Photographieren wäre toll, aber was, wie? Am Liebsten hätte ich mal schöne Bilder vom Hund, aber da bräuchte ich zumindest einen Assistenten, einfach zu wenig Hände für das ganze, so alleine. Bloggen wäre auch eine Option… mit etwas Glück bekomme ich demnächst eine schöne, eigene Homepage, da könnte ich mich dann tatsächlich mal richtig einrichten. Im Moment ist mein Internet-Leben eher so… nichts halbes und nichts ganzes, mal hier, mal da. Nichts, wo alles zusammenläuft – vielleicht ist das sogar normal und gehört so, man weiß es nicht.

Morgen… bekomme ich Zuwachs. Letztens hatte ich temporär felinen Besuch in der Wohnung, zugelaufene Katze, längere Geschichte. Sie war so unfassbar süß und Bela kam so gut damit klar, dass ich spontan beschlossen habe, dass ich auch Katze will. <3 Das war jetzt eigentlich gar nicht so spontan, Katze wollte ich ja schon immer – wer will das nicht? *g* – aber ich hab gesehen, dass es tatsächlich machbar ist und… ja. Dann ist mir Siri über den Weg gelaufen, auf der Seite der Bochumer Katzenhilfe. Das ist sie, das Glückskätzchen. Der rote Kater ist ihr Bruder, Finn, die kleine Schildpatt-Dame ist ihre Schwester, Mara.

Siri ist im Moment noch auf ihrer Pflegestelle in Athen, sie ist eine Straßenkatze – oder war, oder so. Morgen geht ihr Flieger nach .de, wir holen sie nachmittags am Flughafen ab.

Ich hab hier in den letzten zwei Wochen Berge verrückt, das gesamte Arbeitszimmer umstrukturiert, zwei Aquarien wegrationalisiert, Kratzbaum und Katzentoilette aufgebaut… sie wird erst mal das Arbeitszimmer als Rückzugsbereich bekommen, wenn Bela und sie sich aneinander gewöhnt haben, kann sie auch ohne Aufsicht in den Rest der Wohnung. Sie kennt Hunde von klein auf, wohnt atm auch mit einem Hund zusammen und ist geeignet als Wohnungs- und Einzelkatze… deswegen haben wir sie u.a. auch ausgesucht.

Ich bin total gespannt und freu mir einen Ast, ihr glaubt es nicht.

…irgendwie muss ich btw noch das Podest unterm Sofa verkleiden, fällt mir gerade ein, da war meine kleine Pflege-Katze (die inzwischen wieder in ihrem richtigen Zuhause angekommen ist) direkt mal drunter gekrochen und ich musste das halbe Sofa auseinandernehmen. In Anbetracht der Tatsache, dass sie morgen schon hier ankommt… tu ich das evtl mal lieber jetzt.

Grüße auch von Bela und Gitte!

Chari-dingens Mate

Ich versuche einfach mal, nicht mehr so zu tun, als würde ich mir vornehmen, aus dem Bloggen hier ein regelmäßiges Vorkommen zu machen… fürchte, dass wird eher nicht mehr passieren. >>‘ Nun ja. Dann ist das so.

Bin darauf hingewiesen worden, dass es diesen Blog gibt und wenn ich ehrlich (und stoned, das hilft sehr) bin, stelle ich dann beim Lesen doch manchmal fest, dass ich ganz passabel schreiben kann, und dass ich das eventuell öfter tun sollte.

Problem an der Sache: Sobald ich es für irgendwas profitables machen soll, friert mir alles ein und ich krieg keinen Ton mehr raus, nehm jedes Wort unter die dreifach-Lupe und sage am Ende bestenfalls ‚Ähm, ja?‘ oder gleich gar nichts. Alles andere klingt nämlich so furchtbar… meh. Gibt es sowas wie Lampenfieber beim Schreiben? Muss es wohl. *shrug*

Hab mir tatsächlich überlegt, ob ich dieses Jahr meinem Vater mal zum Geburtstag einen Brief schreibe, unter anderem auch mit der Frage, wieso ich als quasi 80% nur schriftlich existenter Mensch – so fühlt es sich zumindest an – mit ihm nie in irgendeiner Weise schriftlich kommunizieren konnte. Er hat btw früher auch Geschichten veröffentlicht. Mit meiner Mutter kann man wenigstens gelegentlich SMS schreiben, aber er? Nope. No words there. oO Nicht auf Papier oder der virtuellen Variante, nichts in irgendeiner Form, in der man jemanden oder etwas festhalten könnte. Und Himmel, wieso schreibe ich hier schon wieder nur von meinen Eltern?!

Hab dem Hund ein tolles neues Halsband gekauft, jetzt bin ich mehr als pleite, aber das war’s wert. *g* Außerdem hab ich morgen einen Physio-Termin – und den auch bitter nötig, hab mindestens 200mg Tilidin intus und trotzdem höllische Schmerzen in der gesamten Wirbelsäule, wie auch immer das funktioniert. Mag an den Pilzen liegen – und ich stelle fest, dass ich irgendwie nur blogge, wenn ich stoned bin, was allerdings momentan kein größerer Hinderungsgrund sein dürfte, weil ich entgegen anderslautender eigentlicher Entwicklungen im Moment eher viel konsumiere. Frag mich dann auch, ob ich Lust hab, deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben – und muss zugeben, dass ich das vermutlich eher in Hinblick auf die vor mir hergeschobenen dringenden Erledigungen haben sollte, insofern… touché.

Der Titel ist dem Getränk entlehnt, das ich derletzt gekauft – doppelt, um eine Flasche in die Bar zu stellen weil hypsch -, im Kühlschrank wiedergefunden, halb getrunken und halb mit dem Fuß umgekippt, was mich dann wieder daran erinnerte, warum ich so’n vages Gefühl von ’nicht gut‘ im Hinterkopf hatte… habe? Joa. Doofes Hipster-Stylo-Zeug, viel zu teuer… aber lecker.

Verantwortung…

…ist schon ein kompliziertes Konzept, irgendwie. Man handelt, übernimmt Verantwortung – erhält dadurch das Recht auf Entscheidungs- und eben Handlungsfreiheit und wird gleichzeitig haftbar für das, was man tut. Du kannst tun, was du willst, was du _für_richtig_hälst, aber überlege es dir gut, weil die Konsequenzen auf dich zurückfallen werden. So lautet der Deal, soweit die Theorie… zumindest wenn man sich für fähig hält oder für fähig gehalten wird, so einen abzuschließen. ‚Geschäftsfähig‘, quasi, nur ersrteckt sich das auch auf nicht-materielle Bereiche. Verantwortungsbewußt.

Wieso mache ich mir Gedanken über so ein Thema? Ich bin jetzt 28, wohne seit… mindestens 2 1/2 Jahren komplett allein (davor Studentenwohnheim/Internat –> Übergangslösung) und soeben startet das erst mal, was ich schon seit Jahren vor mir her schiebe – das Projekt ‚kein Kontakt zu meiner Mutter‘.

Hat sich spontan so ergeben, ich wollte gestern eine Freundin besuchen, Details waren noch nicht ganz klar, vielleicht doch verschieben, vielleicht doch erst nachmittags? Kann man ja auch spontan entscheiden. Meine Mutter hatte mir morgens den Hund vorbeigebracht, weil sie zum Arzt musste, ich hab also auf Gitte aufgepasst und 3 Stunden später (gegen 10) kam sie zurück, brachte Brötchen mit und wollte noch schnell ein paar Emails/Rechnungen schreiben.

Eckumstände: Wir haben je eine eigene Wohnung in etwa einem km Abstand, ich studiere und arbeite (von zu Hause und mobil als Hundetrainerin), Mutter ist Rentnerin, arbeitet ebenfalls von zu Hause aus… oder besser gesagt, in meinem Arbeitszimmer. Hat sich so ergeben, sie hatte keinen Platz für den Bürokram in ihrer Wohnung, ich hab eh das Arbeitszimmer hier, also nutzt sie es mit. Hat auch einen Schlüssel für die Wohnung, ist ja auch ganz praktisch, wenn sie mal auf den Hund aufpassen soll oder so. Ich hab ja auch einen Schlüssel für ihre Wohnung, aus ähnlichen Gründen.

Also kam sie gestern vormittag zum Arbeiten her, fragte, wie es aussieht mit der Planung wg Treffen mit Freundin, bla, wissen wir noch nicht, ich telefonier gleich mal mit ihr. Hab ich dann. Ergebnis: Wir machen doch vormittags, in einer halben Stunde etwa fahre ich hier los. Teilte ich so dann auch meiner Mutter mit… und damit nahm das Drama ihren Lauf.

Mir ist nicht unbedingt daran gelegen, den folgenden… Austausch hier exakt wiederzugeben. Sie lies alles was sie tat stehen und liegen, schnappte sich den Hund, wollte gehen, war sauer. Ich hätte sie ‚belogen‘ (weil ich sagte, eventuell treffen wir uns erst am Nachmittag), sie habe mit mir einen Sonnenschirm einkaufen wollen. Alles klar, kein Problem, dann holen wir eben den doofen Sonnenschirm und ich fahr danach? Ist doch noch genug Zeit? Nein, das will sie jetzt nicht mehr, sie geht jetzt und sie geht jetzt und… ja. Allgemeine Hysterie.

Vermutlich schwer nachzuvollziehen, ich hab in dem Moment versucht, sie zu einem ruhigen Gespräch zu zwingen, indem ich sagte, ich ließe sie erst aus der Wohnung, wenn sie kurz durchatmet und mir erklärt, was hier los ist. ‚Lass mich jetzt gehen, was du immer mit mir machst, du bist so penetrant, ich hab schon wieder Sehstörungen (Anm.: stressbedingt, Symptom von Migräne), du bist so furchtbar, lass mich jetzt gehen.‘ Ich war sauer, hab gesagt, es könne doch nicht sein, dass ich permanent für ihre Belange zur Verfügung zu stehen habe. Daraufhin rastete sie so richtig aus…

Wie wohl zu vermuten hat dieser Diskussionspunkt (…) bei uns eine lange Vorgeschichte. Meine Oma/ihre Mutter lebt allein und wird quasi ausschließlich von meiner Mutter versorgt, sonst besucht sie im Grunde keiner mehr (was damit zusammenhängt, dass sie ein absolutes Ekel ist…). Sie lässt sich von Oma permanent schikanieren, hat regelmäßig regelrechte Hassattacken in ihre Richtung (die sie nicht auslebt, zumindest nicht Oma gegenüber) und sagt selbst, sie habe von klein auf ihr Leben nach ihrer Mutter ausgerichtet und, hier wird es witzig, dass sie mir das auf keinen Fall wünscht und ja ach-so-großartig findet, dass ich nicht so bin und nie an sie denke (…) sondern immer nur an mich (…!) und immer mache was ich will und woran ich Spaß habe (… …?!) und das ist ja so toll, das ich so egoistisch bin (….?), sie wünschte, sie hätte auch so sein können.

Witzig an der Sache…? Es ist nicht so, ich richte mein Leben waaaay zu sehr nach ihr aus, spätestens seit der Trennung meiner Eltern (vor knapp 20 Jahren) bin ich Partnerersatz und klar parentifiziert. Sie hat so gut wie keine Sozialkontakte – mich, meine Oma (s.o.), meine Tante (die quasi eine jüngere Version meiner Oma ist, zumal schwer lungenkrank). Das war es im Grunde… es gibt noch eine Cousine und eine Freundin die sie in der Kur kennengelernt hat, die wohnt allerdings 500km entfernt, ist verheiratet und 6 Monate im Jahr in Thailand.

Wenn man meine Mutter also mal von weitem betrachtet… und wenn man davon ausgeht, dass sie _nicht_ in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen (ich könnte jetzt hier diverse Anekdoten und Beispiele rausholen, die veranschaulichen, wieso ich das denke. Wie meine Mutter sich die Investition in Popcornautomaten als totsicheres Geschäft hat aufschwatzen lassen, sich wieder meinen Rat und jede Vernunft einen Hund zulegt, dessen Pflege dann an mir hängen bleibt… viele weitere Beispiele, die schlicht zu intim sind, sie hier aufzuschreiben.), wer bleibt dann für diesen Job übrig…?

Genau. Hi. >>‘

Ja, ich weiß, dass das ungesund ist. Ich weiß, dass es sehr wahrscheinlich auch ein Teil meiner Persönlichkeit (will sagen: Verkorkstheit) ist, der dazu geführt hat, dass ich die ganzen Jahre lang wunderbar ihre Muster mitgetragen und unterstützt habe. Im Grunde ist unser Verhältnis eine Co-Abhängigkeit… und die Schuld dafür liegt grundsätzlich nicht nur bei einer Person.

Daneben gibt es aber noch ein paar andere Fakten. Zum Beispiel, dass ich seit über 10 Jahren in Therapie bin, ambulant, stationär, in zig Varianten, und einen großen Teil meiner Zeit und Energie eben darin gesteckt habe, die Verhaltensmuster, die mein Leben so verkomplizieren, aufzudecken und zu verändern. Ich stelle mich meinen Fehlern und ich versuche, mich zu ändern. Ich bin bereit, dafür unangenehme Dinge zu tun und mir Eigenschaften zuzugestehen, mit denen ich mich lieber nicht identifizieren würde.

Vielleicht versucht meine Mutter das auch… ich weiß es nicht. Vielleicht ist sie einfach nicht in der Lage dazu. Fakt ist, dass sie… fast gar nicht reflektiert, was sie tut und wieso. Wie ein Kind.

Ein weiterer solcher Fakt wäre, dass ich in dieser Beziehung das Kind bin oder zumindest war und es ganz hilfreich sein kann, so als Kind, eine Erwachsene Leitfigur zu haben. Weniger hilfreich ist es dagegen, Leitfigur für einen Erwachsenen sein zu müssen, wenn man selbst noch gar nicht weiß, wo man im Leben steht. Funfact: Wenn man vermeiden möchte, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen, ist es tatsächlich ein sehr zweckmäßiger weg, lieber die Verantwortung für das Leben einer anderen Person zu übernehmen. ‚An sich zu reissen‘ könnte man sagen, allerdings ist es nicht so, dass da viel reissen nötig gewesen wäre, sie hat sie mir quasi vor die Füße geschmissen.

..aber ich schweife ab. >>‘ Wir stritten, irgendwann wurde es mir zu viel, ich gab den Weg frei, sagte sie möge meinetwegen gehen, brauche dann aber echt nicht wiederzukommen, dass sie krank ist und Hilfe braucht und dass sie wenigstens keinen Blödsinn mit dem Hund machen solle, sondern sie zu mir bringen, wenn sie mit ihr nicht klarkommt/darüber nachdenkt, sie abzugeben.

Sie stürmte von dannen und ward nicht mehr gesehen. Ich telefonierte mein übliches Sicherheitsnetz ab, um den emotionalen Tiefflieger abzufangen – Freunde, Therapeut – und tat, was ich für therapeutisch sinnvoll hielt, nämlich meine Sachen packen und zu der geplanten Verabredung zu fahren. Glücklicherweise ist mein Vater derzeit im Urlaub und ich kann daher bis Mittwoch sein Auto nutzen, mein eigenes habe ich vor ein paar Wochen verkauft, hauptsächlich, um aus der finanziellen Abhängigkeit zu meinen Eltern (hier größtenteils: meinem Vater) zu entkommen.

Ich habe mich bemüht, einen schönen Tag zu haben… und es ist mir auch fast gelungen. Ja, ich hab natürlich eine ganze Weile über meine Mutter geredet, ja, ich habe Migräne bekommen und musste verfrüht zurück fahren, ja, ich war so durch den Wind, dass ich mein Handy liegen gelassen habe und die Strecke von 80km (Hin+Rück) Abends noch mal fahren musste. Aber ich war da. Ich hatte Spaß, war draußen, hab nicht zuhause auf dem Bett gelegen und geheult, bin nicht zu meiner Mutter gefahren, hab ihr nicht den blöden Sonnenschirm gekauft (sie hat übrigens 3, wird den Sommer also vermutlich überleben).

Heute morgen klingelte das Telefon – eine Freundin. _Nicht_ meine Mutter. Ich war mit dem Hund (meinem ;)) laufen, hab gekocht, bisschen gearbeitet, war einkaufen, bin _nicht_ an ihrem Haus vorbei gefahren, habe sie nicht angerufen, habe nicht meine Tante oder Oma oder sonst wen angerufen um darüber zu reden. Ich hab seit… knapp 30 Stunden oder so nichts von ihr gehört – das ist das letzte Mal vorgekommen, als ich ein paar Tage in Peking unterwegs war.

Eben rief mein Therapeut an um zu fragen, wie der Stand ist. Ich vermisse den Hund (Gitte, ihren Hund) und mach mir Sorgen. Nicht nur um Gitte. Thera sagte, sie sei nicht akut suizidal… ich glaube das einfach mal.

Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, was sie wohl macht. Habe eine ganz gute Vorstellung, aber es geht mich im Grunde nichts an. Morgen bin ich tagsüber unterwegs, ursprünglich war der Plan, dass sie wenn ich weg bin in die Wohnung kommt um zu arbeiten… ich bin gespannt, ob jemand da war, wenn ich wiederkomme.

Dienstag startet der Junghunde-Kurs der Hundeschule, den ich mit Gitte besuchen wollte. Wenn sie sich bis dahin nicht gemeldet hat… keine Ahnung, was ich mache. Erst mal wohl gar nichts. Ich fürchte, es ist kaum möglich, hier rüberzubringen wie bizarr sich das anfühlt… ich hab seit Jahren darüber nachgedacht, den Kontakt abzubrechen. Jetzt… schaue ich einfach mal, was von ihr kommt – und befasse mich in der Zwischenzeit zur Abwechslung mit den Entscheidungen, den Pflichten und Freiheiten und der Verantwortung meines eigenen Lebens.

My sh*t’s f*cked up

Überlege gerade spontan, was es mit den Sinnkrisen auf sich hat… hab ich die immer, oder schreibe ich nur immer davon? Kommt es mir vor als wäre das Dauerzustand, weil ich außerhalb besagter Krisen kaum Motivation habe, zu schreiben? Ist das irgendwie symptomatisch oder bezeichnend…? Man weiß es nicht.

Hab spontan einen Rewatch der 5. Staffel GoT angefangen, bevor in… ein paar Stunden die letzte Folge läuft. Rewatch tatsächlich insofern, als dass ich die Folgen dieser Staffel bisher jeweils nur ein mal gesehen habe, und das teilweise nicht mal mit 100%iger Aufmerksamkeit. …sagt was, ich bin normalerweise etwas penibler was meine Besessenheiten betrifft. Game of Thrones… hat sich von einem schwierigen zu dem schwierigsten Favoriten entwickelt, speziell im Laufe dieser und der vorherigen Staffel.

Ursprünglich eingestiegen bin ich über die Show – das war… letztes Jahr, hab in ein paar Tagen Staffel 1 und 2 auf DVD gebinged, paar Tage später erschien die 3. auf DVD. Einen Blick in den Fandom habe ich (außerhalb von Tumblr) nur sehr kurz gewagt, Fandom ist einfach nicht (mehr?) meins, ich bin für die Story dabei, nicht für die verkappte soziale Dynamik. Außerdem hab ich ja meinen Mikro-Fandom @condi. ;) Staffel 5 ist jetzt die erste Staffel, während der ich tatsächlich weiter in den Büchern bin als die Show, bei Staffel 4 war ich gespoilert, aber immer noch recht knapp davor.

Schon das Source Material ist problematisch, gebe ich sofort zu, damit habe ich aber so erst mal noch kein Problem – die Bücher sind in sich schlüssig, imho genial geschrieben, ich liebe die Welt und die Geschichte und die Charaktere und im Grunde könnte alles okay sein, wenn D&D nicht immer mehr von der Vorlage abgewichen wären – was an sich immer noch in Ordnung wäre, wenn es nicht eindeutig zu lasten der Charaktere, der Komplexität und schlicht der Glaubwürdigkeit der Story gegangen wäre. Ist es aber – für Leute die das nicht sehen verweise ich als Lannister-Fan einfach mal auf die Entgleisung die da 4×03 Breaker of Chains heißt.

Ich ärgere mich selbst darüber, aber ich kann die Show nicht mehr so genießen, wie ich es in den ersten drei Staffeln konnte – und das liegt nicht nur daran, dass ich permanent abgleiche, was wie in den Büchern so oder so oder nicht passiert ist, sondern imho wirklich auch daran, dass so viel Seitenkram unnötig aufgeblasen wurde (Missandei & GreyWorm, like… srsly? Missandei ist 10. >>‘ Wobei sie das bei Tommen ja auch nicht abgehalten hat… meine hochgeschätzte weil lannister-lastige khu-khu-khu-Szene leider auch nicht ausgenommen.) so dass viele der großen Aha-Momente… nur als Gemetzel und schockierend in Erinnerung bleiben, emotional aber recht wenig hinterlassen, weil einfach nicht entsprechend darauf hingearbeitet wurde.

Nettes Beispiel zB die Szene mit Dany und Drogon in den Daznak’s Pit – nein, es geht nicht darum, dass sich der Held in letzter Minute aus einer brenzligen Situation rettet und den coolst-möglichen Abgang auf einem Drachen hinlegt. Das ist filmisch sicher nett zu sehen, aber nicht der Punkt. :/

Nein, es gibt keine Konklusion und ich wollte mit diesem Nerd-Rant auch nicht irgendwo speziell hin… insofern erweist sich der Blog-Titel tatsächlich mal als relativ passend. Mir war lediglich danach, meine Frust mal zu verbalisieren… davon ab, dass mir sehr schlecht wird, wenn Menschen in meinem engeren Umkreis sagen, Cersei hätte verdient, was auf sie zukommt. Bei so viel internalisierter Mysogynie hab ich dann, in Anbetracht meines latent breiten Zustandes, auch einfach mal den Mund gehalten. Was willste dazu auch groß sagen?

Heißt eh nur wieder, ich wäre ‚biased‘ aufgrund meiner persönlichen, sehr speziellen Verbindung zu aSoIaF. Machste nix dran. Valar Morghulis…